Alexander Mitscherlich's Die Idee des Friedens und die menschliche Aggressivität PDF

By Alexander Mitscherlich

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Was sich vollzieht, ist vielmehr ein sehr spezifischer Anpassungsvorgang. Der Patient erlebt den Vater als übermächtig und lebensbedrohend; die Sicherheit, welche ihm die Mutter gewährte, schützte ihn vor diesem Vater nicht. Gegen alle Repräsentanten des Vaters gerät er in eine gesteigerte Alarmbereitschaft. Gerade sie hat auch die Anpassung an seine Triebwelt schwer beeinträchtigt. Die eigenen aggressiven Impulse konnten unter der Dauerwirkung der erwarteten lebensbedrohenden Vergeltung nie konstruktiv entwickelt werden, das heißt, sie konnten nie in eine dauerhafte Triebmischung eingehen.

Den Gegentypus stellen jene dar, bei denen Aggression, die sie von außen erfahren, den reaktiven Druck der inneren Aggression so verstärkt, daß es zur Explosion kommt, zu einer Explosion, die sich dann in Kettenreaktionen hin- und hergehender aggressiver Akte fortsetzt. Solche Leute stellen das Kontingent der »trouble-makers«, die in ewigem Streit mit der Autorität liegen. Aber auch sie bleiben im acting-out der ewigen Fehde stecken, kommen nicht eigentlich zur Aktivität, ebenso wie die erstgenannte Gruppe in ihrer 90 passiven Anpassung nicht Aktivität hervorbringt, die dem Ich Freiheit garantierte.

Dabei zweifle ich nicht, daß wir bewußt den Frieden wünschen, wage jedoch desungeachtet die These, daß wir ihn als Welt-Ordnung auch fürchten. Und zwar in den tieferen, verborgeneren Schichten unserer seelischen Organisation, die freilich auch die großen Erfahrungen der Entwicklungsgeschichte der Art enthalten. Das Gefühl, der Möglichkeit kollektiver aggressiver Äußerungen beraubt zu sein, wird unbewußt als ein äußerst gefaßt; das reflektiert sich auch in der vagen Unlust, mehr als deklamatorisch sich mit dem Frieden zu befassen, und mag einer der Gründe sein, warum das Wort Weltfrieden in so manchem Munde hohl und unaufrichtig klingt.

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Die Idee des Friedens und die menschliche Aggressivität by Alexander Mitscherlich


by Jason
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